Erkrankungen der Lunge

Die Erkrankungen von Lunge und Brustkorb sind vielfältig.

Die chirurgische Behandlung kommt allerdings meist nur bei bösartigen Erkrankungen zum Einsatz.

Vorwiegend können wir durch Spiegelungen des Brustkorbs helfen, Zellmaterial für eine genaue Diagnosestellung zu gewinnen.

Beim Lungenkrebs birgt die Entfernung einzelner Lungenlappen oder sogar einer Lungenhälfte die Möglichkeit zur Heilung.

 

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD, Emphysem)

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD, Endstadium ist das sogenannte Lungenemphysem) ist die häufigste Lungenerkrankung in Europa, die zu schwerer Luftnot bis hin zum Lungenversagen führt.

Bei der Entstehung der Krankheit spielt der Nikotinmissbrauch oft eine wesentliche Rolle. Durch einen angeborenen a-1 Antitrypsinmangel (Mukoviszidose) kann sich der Gesundheitszustand so verschlechtern, dass nur eine Lungentransplantation eine Überlebenschance bietet.

Beim Lungenemphysem entsteht durch die Zerstörung von Lungenbläschen zum einen eine schwere Überblähung der Lunge, zum anderen eine Verminderung der Oberfläche der Lunge, die für den Gasaustausch zur Verfügung steht. Eine medikamentöse Behandlung ist nur innerhalb bestimmter Grenzen möglich. Seit wenigen Jahren wird für diese Erkrankung die Lungenvolumenreduktion als chirurgische Behandlungsmöglichkeit eingesetzt. Die Entscheidung zu dieser Operation muss sorgfältig im Einzelfall geprüft werden. Langfristige Erfahrungen liegen mit dieser Operation noch nicht vor, eine endgültige Bewertung der Volumenreduktion in der Behandlung von Emphysempatienten kann somit noch nicht abgegeben werden.

 

Lungenkrebs - Bronchialkarzinom

Der Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) gehört zu den häufigsten und leider auch zu den gefährlichsten Tumorerkrankungen. Gerade beim Lungenkrebs sind die wesentlichen Ursachen für die Entstehung gut bekannt. Eindeutig an der Spitze steht dabei starkes Zigarettenrauchen. Man weiß heute, daß 20 Zigaretten, 20 Jahre hindurch geraucht, das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken gegenüber Nichtrauchern um ein 60-faches erhöhen.

Man unterscheidet Tumoren, die im Lungenmantel entstehen (25%) und solche, die im zentralen Bronchialsystem entstehen (75%). Bösartige Lungentumoren können Metastasen (Tochtergeschwülste) setzen. Erste Station sind meist die Lymphknoten innerhalb des Brustkorbs. Weitere Orte, an denen sich häufig Metastasen absetzen, sind die Leber, die Knochen, die Nebennieren und das Gehirn. Gutartige Lungentumoren sind selten.

Es gibt verschiedene Formen des Lungenkrebses, die nach der Zellreihe, aus der sie entstehen eingeteilt werden.
Insbesondere wird zwischen dem sehr aggressiven kleinzelligen Bronchialkarzinom und den weniger aggressiven Karzinomen (Plattenepithel-, Adeno- und Grosszelliges Karzinom) unterschieden.
Leider treten Beschwerden oft erst in sehr fortgeschrittenen Stadien auf. Gerade Raucher sollten aber auf folgende Symptome achten: Bluthusten, Bronchitis, die auf die übliche Behandlung nicht mehr anspricht, zunehmende Atemnot, Schmerzen in der Brustwand, Gewichtsverlust.

Röntgenbilder und eine Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie) sind leicht durchführbar und können Klärung verschaffen. Gelegentlich wird auch anlässlich einer Röntgenaufnahme der Lunge zufällig ein "Schatten auf der Lunge" oder Lungenrundherd ohne Beschwerden festgestellt, der dann unbedingt abgeklärt werden muss.

Diagnostik

Eine gründliche Untersuchung des Patienten ist notwendig. Die Diagnostik dient dabei der Beantwortung folgender Fragen:

  • Ist eine radikale Tumorentfernung technisch möglich?
  • Um welchen Tumor handelt es sich?
  • Hat der Tumor bereits Metastasen gesetzt?
  • Erlaubt der Allgemeinzustand, die Herz- und Lungenfunktion des Patienten eine Teilentfernung der Lunge?

Die körperliche Untersuchung und ein ausführliches Aufnahmegespräch stehen am Anfang jeder Abklärung.
Röntgenbilder inklusive einer Computertomographie der Lunge geben Auskunft über Lage und Größe des Tumors.

Mit einem flexiblen Glasfaserkabel (Bronchoskopie) werden Luftröhre und Bronchien gespiegelt. So kann die Ausdehnung des Tumors beurteilt werden und eventuell Proben für eine mikroskopische Untersuchung gewonnen werden.

Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauchraumes soll verborgene Tochtergeschwülste aufspüren. Mit speziellen, sehr schwach radioaktiven Substanzen, wird in den Knochen nach Metastasen (Tochtergeschwülste) gefahndet (Szintigraphie). Mit speziellen Geräten messen wir die Lungen- und Herzfunktion.

Die Lungenfunktion sollte zum Zeitpunkt der Operation natürlich optimal sein. Um dies zu erreichen, müssen Raucher natürlich dringend mit dem Rauchen mindestens zwei Wochen vor der Operation aufhören. Hierbei können natürlich Hilfestellungen gegeben werden. Durch Inhalationen und intensive Atemtherapie unter Anleitung der Krankengymnastik wird eine Verbesserung der Funktion erzielt.

 

Tochtergeschwülste anderer Tumoren (Metastasen)

Bösartige Tumoren können Metastasen setzen. Aus dem Tumor gelangen über den Blutweg oder über die Lymphbahnen einzelne Zellen in andere Organe. Die Lunge ist dabei häufig betroffen. Weitere Orte, an denen sich häufig Metastasen absetzen, sind die Leber, die Knochen, die Nebennieren und das Gehirn.

Eine chirurgische Entfernung von Lungenmetastasen ist nur dann sinnvoll, wenn am Ort des Ersttumors (Primärtumor) kein erneutes Tumorwachstum besteht.

Falls es sich um Metastasen von Tumoren handelt, die gut auf Chemotherapie ansprechen (z.B. Hodentumoren, Knochentumoren, Brustkrebs), sollte zunächst diese Therapie erfolgen. Chirurgisch können dann eventuell verbliebene Metastasenreste entfernt werden.

Lungenmetastasen werden meistens im Rahmen von Nachsorgeuntersuchungen auf Röntgenbildern entdeckt, ohne daß der Patient Symptome aufweist. Sie zeigen sich meist als rundliche Schatten (Rundherd) im Lungenmantel. Sie können auch in den zentralen Bronchien wachsen und dort zu Komplikationen führen (Bronchusverschluß, Blutung). Schmerzen im Brustbereich können auf ein Einwachsen in die Rippen hinweisen.

Die notwendigen Untersuchungen sind umfassend und müssen zunächst klären, ob am Ort des Ursprungstumors (Primarius) ein erneutes Tumorwachstum besteht, was dann gegebenenfalls zuerst zu behandeln wäre.
Des Weiteren muss festgestellt werden, ob es Metastasen in anderen Organsystemen gibt.
Abschließend ist noch zu klären, ob der Allgemeinzustand des Patienten eine Operation an der Lunge und Entfernung von Lungengewebe ermöglicht.
Nach Diagnosestellung von Lungenmetastasen muss gemeinsam mit den Krebsspezialisten (Onkologen) und eventuell mit Strahlentherapeuten geklärt werden, welche Therapie für den Patienten die besten Chancen bietet.
Eine medikamentöse Behandlung (Chemotherapie) kommt vor allem bei bestimmten Tumormetastasen in Betracht (z.B. Hodenkrebs). Falls aufgrund der Ausdehnung keine operative Entfernung der Metastasen möglich ist, können Metastasen in den zentralen Atemwegen (Bronchien, Luftröhre) mit dem Laser oder anderen bronchoskopischen Methoden abgetragen werden. So kann ein Verschluss der Bronchien verhindert werden.

Die operative, komplette Entfernung der Metastasen bietet die besten Chancen, das Tumorleiden zurückzudrängen. Ziel der Operation ist es, die Metastasen mit einem Sicherheitsabstand gesunden Gewebes zu entfernen. Zusätzlich werden die regionalen Lymphknoten der Lunge entfernt

 

Tumoren des Mediastinums (Mittelfell)

Die Thymusdrüse ist unmittelbar hinter dem Brustbein gelegen. Im Kindesalter hat sie eine Funktion bei der Bildung des Immunsystems. Im Erwachsenenalter verliert sie ihre Funktion. Aus dieser Drüse können Tumoren entstehen, die um so bösartiger werden, je größer sie werden (Thymome, Thymuskarzinome). Die Thymome und Thymuskarzinome werden in der Regel operiert, manchmal in Kombination mit einer Bestrahlung. In Zusammenhang mit diesen Tumoren kann eine Nervenerkrankung auftreten, bei der die Patienten sehr leicht ermüden (Myasthenia gravis). Je nach Schweregrad der Myasthenie besteht die Behandlung in einer Entfernung der Drüse, die man meistens in Schlüssellochtechnik durchführen kann.

Die Vielzahl der Lymphknoten- und -bahnen kann Ursprung für bösartigen Lymphdrüsenkrebs werden (Maligne Lymphome). Die Chirurgie hat hier nur die Aufgabe, eine Gewebeprobe für eine exakte mikroskopische Diagnose zu sichern. Die Behandlung dieser Therapie besteht aus Chemotherapie in Verbindung mit Strahlentherapie.

Aus versprengten Keimzellanteilen aus der Embryonalentwicklung können sich Keimzelltumoren entwickeln. Hier gibt es sowohl gutartige wie auch bösartige. Die gutartigen sollten primär operativ entfernt werden. Die bösartigen Keimzelltumoren sollte zunächst einer Chemotherapie zugeführt werden. Die Chirurgie hat hier die Aufgabe, verbliebene Tumoranteile nach Chemotherapie zu entfernen.

Zysten gehen häufig von den Bronchien aus und sind meist gutartig. Sie sollten entfernt werden, weil sie Verdrängungserscheinungen hervorrufen können oder vereitern können.

 

Informationen zur operativen Therapie

Informationen zur operativen Therapie bei Erkrankungen von Lunge und Brustkorb finden Sie auf den folgenden Seiten

 

Ansprechpartner

Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen von Brustkorb und Lunge ist Herr Keller. Nehmen Sie Kontakt auf oder lassen Sie sich einen Termin in der Sprechstunde geben.

 

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