
Bösartige Erkrankungen
Übersicht über die bösartigen Erkrankungen von Speiseröhre und Magen und deren chirugische Therapie
Speiseröhrenkrebs
Die Häufigkeit von bösartigen Tumoren der Speiseröhre (Ösophaguskarzinom) zeigt eine grosse Variationsbreite. In Europa weisen Irland und Frankreich eine erhöhte Anzahl von jährlichen Neuerkrankungen im Vergleich zu Deutschland auf. Bei uns erkranken jährlich etwa 4-6 Menschen pro 100'000 Einwohner neu an einem bösartigen Speiseröhrenkrebs. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Mikroskopisch unterscheidet man zwei Haupttypen von bösartigem Speiseröhrenkrebs. Während das Plattenepithelkarzinom (Pflastersteinkarzinom) eine konstante Häufigkeit zeigt, werden die Adenokarzinome (Drüsenkarzinom) in den industrialisierten Ländern auf immer häufiger.
Als anerkannte Risikofaktoren gelten übermässiger Nikotin- und Alkoholkonsum für das Plattenepithelkarzinom, sowie eine langjährige Refluxkrankheit für das Adenokarzinom.
Welche Symptome und Beschwerden verursacht das Ösophaguskarzinom?
- Schmerzen durch Behinderung der Nahrungspassage („Dysphagie")
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Heiserkeit
Leider bleiben Ösophaguskarzinome lange ohne Beschwerden. Erst wenn der Tumor zu einer relevanten Verlegung der Speiseröhre führt, tritt das typische Symptom der Dysphagie auf. Den Patienten bleibt „der Bissen im Hals stecken". Während Flüssigkeiten das tumorbedingte Hindernis noch passieren können, bleibt feste Nahrung stecken (insbesondere Brot, faseriges Fleisch). Eine neuaufgetretene Heiserkeit ist verdächtig auf eine Ausbreitung des Tumors in das umliegende Gewebe. In vielen Fällen sind bei der Diagnosestellung bereits Metastasen in den Lymphknoten vorhanden.
Diagnostik
Welche Untersuchungen sind zwingend notwendig?
Endoskopie der Speiseröhre und des Magens. Dabei werden Gewebeproben entnommen und endosonographisch (Ultraschalluntersuchung) der Tumor und die umliegenden Lymphknoten dargestellt
Computertomographie (CT) des Thorax (Brustkastens) und des Abdomens (Bauches)
Blutuntersuchungen
Welche Untersuchungen können zusätzlich notwendig sein?
Bronchoskopie (Spiegelung der Luftröhre) zum Ausschluss eines Einwachsens in die Luftröhre
HNO-ärztliche Untersuchung bei Heiserkeit und Lage des Tumors im Halsbereich
Mit den oben angeführten Untersuchungen müssen folgende Fragestellungen beantwortet werden können:
Histologischer Typ des Oesophaguskarzinomes
Lage und Ausdehnung des Tumors
Befall von Lymphknoten
Vorliegen von Fernmetastasen
Allgemeine Operabilität
Aufgrund des Tumorstadiums, der Tumorlokalisation und der allgemeinen Operabilität wird das therapeutische Vorgehen geplant.
Hierbei wird eng mit der onkologischen Abteilung zusammengearbeitet, um eine interdisziplinäre optimierte und individuelle Therapie nach aktuellsten Gesichtspunkten zu gewährleisten.
Magenkrebs
Die Häufigkeit von bösartigen Magentumoren weist in den vergangenen Jahrzehnten einen deutlichen Rückgang auf. Die Zahl der Neuerkrankungen hat in den meisten westlichen Industrieländern - mit der Ausnahme von Japan - um etwa die Hälfte abgenommen.
In Deutschland erkranken jährlich etwa 10-20 Menschen pro 100'000 Einwohner neu an einem bösartigen Magenkrebs. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen.
Unter epidemiologischen und chirurgisch-therapeutischen Gesichtspunkten hat die Einteilung der Magenkarzinome ein wichtige Bedeutung:
Der diffuse Typ nach Laurén (endemische Form) ist in der Häufigkeit konstant geblieben, sodass für die Tumorentstehung vermutlich individuelle Faktoren wichtiger sind als Umwelteinflüsse. Beim diffusen Typ entspricht die makroskopisch ("von Auge sichtbare") feststellbare Tumorgrenze nicht der mikroskopischen Tumorausdehnung. So können mehrere Zentimeter vom makroskopischen Tumorrand entfernt noch Tumorzellen festgestellt werden. Um eine vollständige Tumorfreiheit zu erreichen, muss oftmals eine komplette Entfernung des Magens durchgeführt werden.
Der intestinale Typ nach Laurén (epidemische Form) ist in seiner Entstehung stärker von Umwelteinflüssen abhängig. Die Abnahme der Häufigkeit des Magenkarzinomes ist hauptsächlich auf einen Rückgang des intestinalen Typs zurückzuführen. Die operative Entfernung erfordert nicht so ausgedehnte Tumorresektionen, da makroskopischer und mikroskopischer Tumorrand besser erkennbar sind und übereinstimmen.
GIST-Tumore (gastrointestinaler Stromatumor) sind eine erst seit kurzem bekannte Variante, die im gesamten Verdauungstrakt vorkommen können und meist weniger aggressiv sind. Hier ist meistens eine lokale Entfernung ausreichend, diese kann als Rendesvouz-Verfahren minimal invasiv durchgeführt werden.
Welche Symptome und Beschwerden verursachen Magenkarzinome?
- Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch
- Leistungsverminderung und ungewollter Gewichtsverlust
- Appetitlosigkeit, neu aufgetretene Abneigung gegen Fleisch
- Seltener sind Magenblutungen und Dysphagie (Schluckstörungen)
Die meisten Patienten weisen unspezifische Symptome auf, welche lange Zeit nicht wahrgenommen oder ignoriert werden. Deshalb sollte bei länger bestehenden Oberbauchbeschwerden die Indikation zur Gastroskopie (Magenspiegelung) grosszügig gestellt werden.
Diagnostik
Welche Untersuchungen sind zwingend notwendig?
Endoskopie und Endosonographie (Ultraschalluntersuchung) des Magens. Dabei werden Gewebeproben entnommen, der Tumor und die umliegenden Lymphknoten dargestellt
Ultraschalluntersuchung des Abdomens (Bauches)
Computertomographie (CT) des Abdomens
Blutuntersuchungen
Mit den oben angeführten Untersuchungen müssen folgende Fragestellungen beantwortet werden können:
Histologischer Typ des Magenkarzinoms
Lage und Ausdehnung des Tumors
Befall von Lymphknoten
Vorliegen von Fernmetastasen
Allgemeine Operabilität
Aufgrund des Tumorstadiums und der allgemeinen Operabilität wird das therapeutische Vorgehen geplant.
Hierbei wird eng mit der onkologischen Abteilung zusammengearbeitet, um eine interdisziplinäre optimierte und individuelle Therapie nach aktuellsten Gesichtspunkten zu gewährleisten.
Anmerkungen zum Magengeschwür
Als Magengeschwür wir ein Defekt der Magenschleimhaut bezeichnet, der im schlimmsten Fall sogar zum Durchbruch der Magenwand in die freie Bauchhöhle führen kann.
Ursache ist eine gesteigerte Säureproduktion im Magen mit gleichzeitiger Verminderung des die Magenschleimhaut schützenden Schleims.
Eine regelhafte chirugische Therapie des Magengeschwürs ist heute nicht mehr notwendig, da inzwischen sehr wirsame Medikamente zur Verfügung stehen.
Lediglich in Notfällen, in denen es zu einem Durchbruch eines Magengeschwürs gekommen ist, ist die operative Sanierung notwendig.
Bemerkenswert ist jedoch, dass ein chronisches Magengeschwür die Entstehung von Krebs begünstigt.

Informationen zu den gutartigen Erkrankungen
Informationen zu den gutartigen Erkrankungen von Speiseröhre (Ösophagus) und Magen finden Sie auf den folgenden Seiten

Informationen zur operativen Therapie
Informationen zur operativen Therapie bei Speiseröhren- und Magenerkrankungen finden Sie auf diesen Seiten

Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen von Speiseröhre und Magen ist Herr Zwingmann. Nehmen Sie Kontakt auf oder lassen Sie sich einen Termin in der Sprechstunde geben.

