
Erkrankungen der Nebenschilddrüse
Störung im Kalziumhaushalt – Ursache Nebenschilddrüse
Wie funktioniert die Nebenschilddrüse und was sind die Auswirkungen einer Erkrankung?
Erkrankungen, die eine Operation der Nebenschilddrüsen notwendig machen, gehen mit einer Überfunktion, also mit einer überschiessenden Produktion von Parathormon einher. Man spricht dann von einem Hyperparathyreoidismus (= HPT). Abhängig von der Ursache und der Dauer der Nebenschilddrüsenüberfunktion erfolgt dann die weitere Einteilung in primären, sekundären und tertiären Hyperparathyreoidismus.
Beim primären HPT liegt die Ursache für die Überfunktion in einer Erkrankung der Nebenschilddrüsen selbst. Man findet entweder gutartige Tumoren, sogenannte Adenome (75%), oder eine gesteigerte Funktion oder Vergrösserung (Hyperplasie) aller Drüsen (Vierdrüsenerkrankung, 10-15%).
Die Patienten fühlen sich müde und abgespannt. Bei vermehrtem Knochenabbau kommt es zu Gelenkschmerzen, und Magengeschwüren, welche Nierensteinbildung hervorrufen können. Bei fortgeschrittener Erkrankung werden sogar Knochenabbau mit vermehrter Knochenbruchneigung beobachtet.
Sehr selten sind bösartige Neubildungen für vergrößerte Epithelkörperchen verantwortlich (1%).
Bei unauffälligen Epithelkörperchen und erhöhten Kalzium- und Parathormonspiegeln müssen zusätzlich andere bösartige Tumoren ausgeschlossen werden.
Wie kann man Erkrankungen der Nebenschilddrüse erkennen?
Weist der Patient klinische Symptome auf wird Blut zur Bestimmung des Kalzium- und Parathomonspiegels entnommen.
Zur Sicherung der Diagnose sind zusätzliche Untersuchungen notwendig: eine Hals-Nasen-Ohren und eine urologische Untersuchung. Röntgenaufnahmen des Brustkorbes können Lungenerkrankungen ausschließen und eine Handaufnahme stellt den Kalziumgehalt oder -verlust des Knochens fest.
Auch eine Untersuchung der Schilddrüse durch einen Nuklearmediziner ist notwendig.
Eine Ultraschalluntersuchung schließt begleitende Erkrankungen des Bauchraumes aus und kann am Hals die Lage der Epithelkörperchen feststellen.
Meist findet der Arzt einen erhöhten Kalzium- und Parathormongehalt des Blutes. Manchmal treten Nierensteine als erstes Zeichen der Erkrankung auf oder es findet sich ein Knochenschwund.
Sind Nierenerkrankungen die Ursache der erhöhten Parathormonproduktion, sind meist alle vier Epithelkörperchen vergrößert.

Wie können Erkrankungen der Nebenschilddrüsen behandelt werden?
Zunächst erfolgt ein Behandlungsversuch mit Medikamenten, um den Kalziumstoffwechsel zu normalisieren.
Kommt es dennoch zu erhöhten Parathormon- und Kalziumspiegeln oder zum Knochenschwund, ist eine Operation notwendig. Die Operation hat als Ziel, die vergrößerten Epithelkörperchen zu entfernen und damit einen regelrechten Kalziumhaushalt zu gewährleisten.
Ist nur ein Epithelkörperchen vergrößert, wird es entfernt und unter dem Mikroskop auf Gutartigkeit untersucht. Häufig müssen bei einer Nierenerkrankung alle Epithelkörperchen entfernt werden. Oft ist für die Operation nur ein kleiner Hautschnitt am Übergang vom Brustbein zum Hals nötig.
Wenn die Epithelkörperchen jedoch hinter dem Brustbein liegen, muss das Brustbein in einer größeren Operation eröffnet werden.
Manchmal kann auch Gewebe fernab der Nebenschilddrüsen hormonproduzierende Zellen enthalten, so dass eine zweite Operation notwendig wird.

Ansprechpartner
Dr. Meier ist Ihr Ansprechpartner für Nebenschilddrüsenerkrankungen
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