Operative Therapie

Schlüssellochtechnik oder großer Schnitt?

Wann wird operiert?

Eine Operation sollte bei einseitigen hormonproduzierenden Adenomen (gutartige Tumore) und den bösartigen Karzinomen immer angestrebt werden.
In bestimmten Fällen ist eventuell auch eine beidseitige Entfernung der Nebennieren nötig. Dies ist aber sehr sorgfältig abzuwägen, da anschließend vor allem Cortisol lebenslang ersetzt werden muss.
Der zumeist gutartige Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) sollte wegen der auf Dauer sehr schädlichen überhöhten Adrenalin- und Noradrenalinspiegel immer operiert werden.

 

Welcher Operationszugang wird verwendet?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Nebennieren zu operieren. Bei den sogenannten konventionellen Zugängen wird das Gebiet um die Nebennieren über einen längeren Schnitt erreicht.
Bei den sogenannten minimal-invasiven Zugängen wird ein spezielle Optik (Laparoskop), an der eine Kamera montiert ist, durch einen kleinen Hautschnitt eingeführt, so dass die Operation über weitere kleine Schnitte unter Kontrolle über einen Fernsehmonitor erfolgen kann.
Der klassische Zugang zu den Nebennieren ist der quere Bauchschnitt. Dabei wird meistens knapp unterhalb des Rippenbogens die Haut des Bauches eröffnet.
Bei diesem Zugang wird die rechte Nebenniere von der Leber verdeckt. Die linke Nebenniere wird von Magen, Milz und Bauchspeicheldrüse bedeckt.
Beide Nebennieren sind mit einem Bauchschnitt erreichbar. So können Nebennierentumoren nahezu jeder Größe entfernt werde
Neuere Verfahren (ab Anfang der 90er Jahre) sind die sogenannten endoskopischen Operationsverfahren (Schlüssellochtechnik). Sie gelten in Expertenkreisen zur Behandlung von gutartigen Nebennierentumoren bis zu einer Größe von 5-8 cm als die Operationsverfahren der Wahl.

 

Welche Risiken birgt die Operation

Die Nebennieren liegen am Oberrand der Nieren und geben ihre Hormone durch eine Vielzahl von Blutgefäßen an den Körper ab. Über den Nebennieren bildet das Zwerchfell die Grenze zum Brustkorb und vor den Nebennieren liegt der Darm.
Meist müssen vor einer Operation Medikamente gegeben werden, um die Wirkung der gebildeten Hormone aufzuheben (schwere Kreislaufreaktionen).
Aufgrund der Nähe zu den Organen und den zahlreichen Blutgefäßen kann es bei großen Nebennieren dazu kommen, dass während einer Operation die Organe verletzt werden.
Nebennierenerkrankungen neigen dazu, wieder aufzutreten und müssen dann erneut behandelt werden

 

Nachbehandlung

In der Regel ist der Aufenthalt nach der Operation nur kurz.

Bei größeren Operationen an den Nebennieren kann es aber zu Blutdrickschwankungen und Herzrhythmusstörungen kommen, die dann einer Überwachung bedürfen.

Ist die Entfernung beider Nebennieren notwendig, müssen lebenslang Medikamente eingenommen werden.

Mögliche Auswirkungen sollten durch den Besuch bei einem spezialisierten Internisten (Endokrinologe) nach der Operation eingeschätzt und dann gegebenenfalls auch behandelt werden.

 

Ansprechpartner

Herr Zwingmann ist Ihr Ansprechpartner bei Nebennierenerkrankungen

Bei Fragen können Sie Kontakt aufnehmen oder einen Sprechstundentermin vereinbaren.

 

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