Operative Therapie

Operative Therapiemöglichkeiten

Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie)

Die Gallenblasenentfernung ist eine der klassischen Operationen der Chirurgie, die vorwiegend bei der Steinerkrankung durchgeführt wird.
Zur Entfernung der Gallenblase muß der Gallenblasengang, der in den Hauptgallengang mündet durchtrennt werden, ebenso das arterielle Gefäß, dass die Gallenblase versorgt.
Danach kann man die Gallenblase aus ihrem „Bett“ in der Leber ähnlich der Haut einer Orange ausschälen.
Ein wichtiger Bestandteil der Operation ist die Kontrolle auf Steinfreiheit im restlichen Gallenwegssystem bis zum Übertritt in den Zwölffingerdarm. Dies kann durch eine intraoperative Röntgenuntersuchung geschehen.
Bei der klassischen offenen Operation wird ein etwa 12cm langer querer Schnitt im rechten Oberbauch notwendig. Hierüber erfolgt dann die Operation. Sollten Steine im restlichen Gallenwegssystem gefunden werden, besteht bei diesem Operationszugang auch die Möglichkeit ein Endoskop einzubringen und die Steine zu bergen. In besonders schweren Fällen von Entzündung kann die Einlage einer Drainage in den Hauptgallengang notwendig werden, die über die Bauchdecke ausgeleitet wird und für etwa 10 Tage im Körper verbleibt. Diese kann dann einfach gezogen werden, eine weitere Operation ist nicht notwendig.

Domäne der Minimal Invasiven Technik

Die Gallenblasenoperation wird heute jedoch fast ausschließlich in der Schlüssellochtechnik, d.h. minimal invasiv (laparoskopisch) durchgeführt.

Die laparoskopische Cholecystektomie war sogar die erste Operation, die in dieser Technik durchegführt wurde und hat den Weg für den Siegeszug der minimal invasiven Technik auch an anderen Organen erst geebnet.
Bei dieser Technik werden nur vier kleine Schnitte bis 1cm Länge benötigt, um eine Videokamera und Instrumente einzubringen. Damit lässt sich die Gallenblase meist problemlos entfernen. Ein intraoperatives Röntgen der Gallenwege lässt sich auch in dieser Technik problemlos durchführen – sollten dabei weitere Steine entdeckt werden, kann im Anschluß eine endoskopische Untersuchung über den Magen durchgeführt werden, um die Steine zu entfernen (so genanntes Rendeszvous-Verfahren).
Sollte aus technischen Gründen, beispielsweise bei starken Verwachsungen nach Voroperationen, die Schlüssellochtechnik nicht erfolgreich sein, kann auf das konventionelle Verfahren mit Bauchschnitt gewechselt werden.
Für eine Operation bei gesichertem oder dem Verdacht auf einen Gallenblasentumor bevorzugen wir nach wie vor das offene, klassische Verfahren.

 

Leberresektion (Leberteilentfernung)

Die Leberresektion (Entfernung von Teilen der Leber) ist ein Verfahren, dass sowohl bei gutartigen wie bösartigen Erkrankungen eingesetzt wird. Unterschiedlich ist dabei vor allem das Ausmaß des zu entfernenden Gewebes.
Bis vor wenigen Jahrzehnten galt die Leberresektion als praktisch kaum durchführbar. Die Leber wird von den großen Venen des Körpers durchzogen – die bei der Resektion auftretenden Blutungen konnten nicht beherrscht werden.
Mittlerweile hat die Technik der Leberresektion enorme Fortschritte gemacht. In Zentren wie unserer Klinik ist die Operation an der Leber meist so blutungsarm geworden, dass eine Transfusion von Blut bei der Operation heute die Ausnahme darstellt.
Entscheidend ist eine gute Operationsvorbereitung und Planung. Wir haben in Celle auch die Möglichkeit bei schwierigen Operationen die Resektion am virtuellen 3-Dimensionalen Computermodell zu planen und so im Operationssaal das optimale Ergebnis zu erzielen. Hier haben wir heute einen entscheidenden Vorteil im Vergleich zu früher, da wir bereits vor der Operation genau wissen, was uns im Operationssaal erwartet. Dieses Verfahren steht bislang an nur wenigen Kliniken weltweit zur Verfügung.
Der Grund für die Fortschritte in der Leberchirurgie liegt einerseits im besseren Verständnis der Leberanatomie (v.a. der Gefäßanatomie) und andererseits in der Entwicklung technischer Hilfsmittel, die in unserer Klinik alle zur Verfügung stehen.
Durch die Einführung und Weiterentwicklung der Lebertransplantation wurden zusätzlich wertvolle Erkentnisse gewonnen, die sich in der Leberchirurgie als erfolgreich erwiesen haben.

In unserer Klinik werden jährlich über 50 Operationen an der Leber durchgeführt. Dies macht uns zu einem ausgewiesenen Zentrum für Leberchirurgie.
Mittlerweile wurden von uns in Celle über 180 Patienten behandelt, die eine Entfernung von Teilen der Leber benötigten. Unsere Erfahrungen reichen dabei von der Entfernung einzelner Tumore, auch in Schlüssellochtechnik bis zu ausgedehnten Operationen höchsten Schwierigkeitsgrades.
Wir haben ein Team aus Spezialisten für Lebererkrankungen, die Sie auf einer eigens dafür eingerichteten Station betreuen.
Die technische Ausstattung unserer Abteilung ist hochmodern, Kooperationsprogramme mit anderen Einrichtungen sichern die bestmögliche Operationsvorbereitung, die aktuell möglich ist. Dazu kommt eine individuelle Patientenbetreuung, die nicht im Operationssaal endet – die Patienten werden auch in unserer Sprechstunde für Lebererkrankungen weiter betreut.

 

Operatives Vorgehen

Man kann prinzipiell zwischen anatomischen (sich an den Gefäßstrukturen orientierenden) und nichtanatomischen Resektionen unterscheiden.
Für die nichtanatomischen Resektionen steht uns in Celle ein neues Verfahren zur Verfügung, welches die Durchtrennung der Leber ohne Blutverlust ermöglicht. Dieses Verfahren wurde in unserer Klinik als einer der ersten in Deutschland etabliert.
Die Leberresektion hat immer die vollständige Entfernung des befallenen Leberanteils zum Ziel. Des Weiteren ist oft ein Sicherheitsabstand erforderlich.
Das Vorgehen gliedert sich in mehrere Abschnitte.
Zunächst ist ein querer Schnitt im gesamten Oberbauch notwendig, der bei Bedarf in der Mittellinie nach oben verlängert wird.
Nach Darstellung der Leber wird mit einer Ultraschalluntersuchung direkt auf der Leberoberfläche die Planung der Operation überprüft. Nachdem die großen Gefäße der Leberpforte je nach Vorgehen präpariert sind, kann das eigentliche Lebergewebe durchtrennt werden. Hierfür stehen mehrere schonende Techniken zur Verfügung.
Die Oberfläche der Leber im Bereich der Resektion wird zum Abschluss versiegelt.
Das Prinzip der Resektion ist dabei immer gleich, unabhägig davon, ob es sich um eine lokale Entfernung oder Resektion eines ganzen Leberlappens handelt. Manchmal kann es aus anatomischen Gründen notwendig sein, trotz eines nur kleinen Tumors einen großen Teil der Leber zu entfernen.
Es können heute bis zu 70% des gesunden Lebergewebes sicher entfernt werden. Die Gefahr einer nicht ausreichenden Funktion der Restleber ist hier noch nicht gegeben. Ist die Leber bereits vorgeschädigt (z.B. durch Alkoholabusus) kann meist nur deutlich weniger Gewebe entfernt werden.

In Extremfällen und schwierigen Tumorlokalisationen kann die gesamte Blutzufuhr zur Leber unterbrochen werden und die Resektion vorgenommen werden, während der Blutkreislauf über eine Pumpe an der Leber vorbei geführt wird (ähnlich einer Herz-Lungen-Maschine).

Inzwischen gibt es auch Ansätze zur Entfernung von Lebergewebe in der Schlüssellochtechnik, diese sind jedoch nur wenigen speziellen Indikationen vorbehalten.
Insgesamt handelt es sich bei der Leberresektion um ein hochspezialisiertes und komplexes Verfahren, welches heute nur in Schwerpunktzentren wie unserem durchgeführt wird.

Unser Klinikdirektor Prof. Dr. Oldhafer gehört auf diesem Gebiet zu den wenigen internationall renommierten Kapazitäten.

 

Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen von Leber und Gallenwegen

Dr. Stavrou ist Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen von Leber und Gallenwegen. Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie Fragen haben oder machen Sie einen Termin in unserer Sprechstunde.

 

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