
Bösartige Erkrankungen
Bösartige Erkrankungen von Leber und Gallenwegen
Gallenblasenkarzinom
Karzinome der Gallenblase sind insgesamt sehr selten und machen weniger als 0,5% aller Krebserkrankungen aus.
Oft werden sie als Zufallsbefund nach einer Gallenblasenentfernung wegen Steinen entdeckt. Hier ist anzunehmen dass es durch einen jahrelangen Entzündungsreiz in der Gallenblase zur bösartigen Entartung von Zellen kommt.
Die Gallenblasenkarzinome sind sehr schnell wachsende und aggressive Tumore. Einzige Heilungschance besteht in der chirurgischen Entfernung der Gallenblase unter Mitnahme des an die Gallenblase angrenzenden Lebergewebes. Bei einem Zufallsbefund muss deshalb in einer zweiten Operation das an das Gallenblasenbett angrenzende Lebergewebe entfernt werden.
Gallenwegskarzinom (Cholangiozelluläres Karzinom, CCC) und Klatskin Tumor
Bösartige Tumoren der Gallenwege können im gesamten Bereich der Gallenwege, d.h. bereits in der Leber (sogenanntes intrahepatisches cholangiozelluläres Karzinom oder CCC), an der Leberpforte (so genannter Klatskin Tumor) oder im Verlauf des in den Zwölffingerdarm mündenden Gallengangs
(extrahepatisches cholangiozelluläres Karzinom) entstehen. Unabhängig von der Lage geht dabei der Tumor immer von der gleichen Zellreihe, nämlich den Gallengangszellen aus. Gallenwegskarzinome sind seltene Erkrankungen, in jedem Jahr werden nur 1-2 Fälle pro 100000 Einwohner diagnostiziert.
Oft wird die Diagnose erst in fortgeschrittenen Tumorstadien gestellt, da die betroffenen Patienten lange Zeit symptomfrei sind. Ein typisches, vor allem bei Tumoren des Hauptgallenganges auftretendes Krankheitszeichen ist die plötzlich und schmerzlos auftretende Gelbfärbung der Haut und Schleimhaut (Ikterus).
Gallenwegstumoren sind dennoch schwer zu diagnostizieren, da ihre weiteren Symptome (Schwäche, Gewichtsverlust, Leistungsknick) unspezifisch sind.
Die einzige Therapie mit Chance auf Heilung stellt derzeit die vollständige chirurgische Tumorentfernung dar. Darüber hinaus besteht das Ziel in einer Wiederherstellung des Galletransportweges, um so die ungehinderte Passage der Galle in den Verdauungstrakt zu gewährleisten.
Die notwendigen Operationen haben oft eine ausgedehnte Entfernung von Lebergewebe zur Folge.
Der Klatskin Tumor als spezielle Unterform in der Leberpforte nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als eine Operation in diesem Gebiet äußerst komplex ist. Unser Klinikdirektor Prof. Dr. Oldhafer ist einer der Chirurgen mit der größten Erfahrung auf diesem Gebiet.
Befindet sich der Tumor am Übergang des Gallengangs in den Zwölffingerdarm wird er wie ein Tumor der Bauchspeicheldrüse durch die Whipplesche Operation (siehe dort) behandelt.

Leberzellkarzinom (Hepatozelluläres Karzinom, HCC)
Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) geht von den Leberzellen selbst aus und ist stark mit dem vorliegen einer chronischen Virushepatitis und einer so entstandenen Leberzirrhose vergesellschaftet.
In Europa ist das HCC eher selten und macht nur wenige Prozent aller malignen Tumoren aus. weltweit ist es aufgrund der weit verbreiteten Virushepatitiden Hepatitis B und C (v.a. in Asien und Afrika) sogar der häufigste Tumor eines soliden Organs.
Außer den Hepatitis-B und C Viren gelten Alkoholmissbrauch, seltene angeborene Stoffwechselerkrankungen (z.B. Morbus Wilson, Hämochromatose) oder bestimmte Zellgifte (z.B. Aflatoxine) als Risikofaktoren. Im Verlauf einer solchen chronischen Schädigung der Leber kommt es meist zur Zerstörung der normalen Zellstruktur der Leber und zur „Vernarbung“ (Zirrhose), wodurch eine Entfernung des Tumor erschwert oder in besonders fortgeschrittenen Fällen der Zirrhose sogar unmöglich wird.
Die beste Möglichkeit Patienten mit einem HCC zu „behandeln", ist die Prävention einer Hepatitisinfektion (Impfungen gegen Hepatitis B) und die Vermeidung übermäßigen Alkoholkonsums. Hochrisiko Patienten mit bekannter Lebererkrankung oder einer Hepatitis-Infektion sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, um einen entstandenen Tumor möglichst früh zu entdecken.
Die meisten Patienten mit einem primären Leberkarzinom sind lange Zeit fast oder vollständig beschwerdefrei. Bei Beschwerden stehen Symptome wie Gelbsucht, Juckreiz, ein schlechter Allgemeinzustand, Müdigkeit, Schwächegefühl, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Fieber im Vordergrund.
Die einzige Behandlung mit Aussicht auf Heilung ist die vollständige chirurgische Entfernung des Tumors mit Sicherheitsabstand. Da in vielen Fällen ist die Leber gleichzeitig von einer Zirrhose betroffen ist, ist eine Operation mit einem erhöhten Risiko verbunden. In schweren Fällen der Zirrhose kann die Leber keinen Verlust von Lebergewebe durch eine Operation kompensieren – damit ist die Operation nicht mehr möglich.
In diesen Fällen kann gegebenenfalls eine Lebertransplantation erwogen werden.
Falls eine Resektion nicht möglich ist, stehen mehrere Alternativverfahren zur Verfügung, die das Tumorwachstum begrenzen und Aufhalten können, eine Heilung ist so aber nicht mehr möglich. Durch diese Verfahren kann aber das Tumorwachstum aufgehalten werden, so dass der Patient die Chance hat, die Wartezeit auf ein Spenderorgan zur Transplantation zu überstehen.

Lebermetastasen anderer bösartiger Tumore
Unter Lebermetastasen versteht man Absiedlungen von Krebszellen, die aus Tumoren anderer Organe, wie z.B. aus einem Darmtumor, in die Leber gelangen und sich dort weiter vermehren. Solche Lebermetastasen entstehen besonders häufig bei Tumoren des Dick- und Enddarms aber auch bei anderen bösartigen Erkrankungen.
Die weitaus größten Erfahrungen bestehen dabei für Metastasen der Darmtumoren.
Grundsätzlich gilt, dass die komplette chirurgische Entfernung die einzige Therapie mit der Chance auf Heilung darstellt.
Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass die Leberchirurgie in den letzen Jahren enorme Fortschritte erzielt hat, so dass heute bis zu 70% des Lebergewebes bei vertretbarem Risiko entfernt werden können.
Unsere Klinik ist als Zentrum für Leberchirurgie durch langjährige Erfahrung in der Lage, Operationen jeden Schwierigkeitsgrades durchführen zu können. Es bestehen enge Kooperationen, um alle aktuellen Technologien einsetzten zu können. So kann beispielsweise jede Resektion vorher virtuell am 3-Dimensionalen Computermodell geplant werden um ein optimales und für den Patienten schonendes Ergebnis zu erreichen.
Oftmals ist eine Resektion jedoch aus technischen Gründen nicht gleich möglich, beispielsweise wenn das nach Entfernung verbleibende Restlebergewebe nicht für ein Überleben des Patienten ausreicht oder die Metastasen diffus in der gesamten Leber verteilt sind.
In den letzten Jahren wurden neue Therapieansätze mit viel versprechenden Ergebnissen entwickelt, die es ermöglichen, diese Patienten letztendlich doch einer Operation zuzuführen. Beispielsweise kann durch eine gezielte Stimulation ein Wachstum in der Restleber vor der Operation erreicht werden. Auch eine Chemotherapie zur Verkleinerung der Metastasen ist inzwischen möglich.
Inzwischen gibt es auch Ansätze, insbesondere in Fällen einer ausgeprägten Metastasierung eine sparsame Operation durchzuführen, d.h. es es kann kein großzügiger Sicherheitsabstand gewählt werden, um möglichst viel Lebergewebe zu erhalten. Dies wurde vor allem durch die Weiterentwicklung der Operationstechnik und den Einsatz modernster Technik im OP möglich.
In diesen Fällen besteht eine große Tendenz zum Widerauftreten von Metastasen, die dann – wenn genug Gewebe zurück bleibt – auch ein zweites und drittes Mal durch eine Operation entfernt werden können.
Prinzipiell gelten ähnliche Maßstäbe auch für die Behandlung von Metastasen anderer Tumoren, die Langzeitergebnisse sind hier jedoch je nach Ursprungstumor sehr unterschiedlich.
Zur Festlegung des Therapiekonzeptes ist eine patientenindividuelle Planung in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen anderer Fachdisziplinen, insbesondere den Krebsspezialisten notwendig und wird in unserer Klinik im Rahmen wöchentlicher Tumorkonferenzen praktiziert. Hier wird jeder Fall ausführlich vorgestellt und diskutiert um die optimale Therapie für jeden Patienten sicherzustellen.

Informationen zu den gutartigen Erkrankungen
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Informationen zur operativen Therapie
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Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen von Leber und Gallenwegen
Dr. Stavrou ist Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen von Leber und Gallenwegen. Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie Fragen haben oder machen Sie einen Termin in unserer Sprechstunde.

