
Allgemeines
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Funktion der Leber - das Chemielabor des Körpers
Die Leber (Hepar) ist das zentrale Stoffwechselorgan des Körpers und die größte Drüse.
Sie wiegt zwischen 1200 und 1800 Gramm und entspricht etwa 2% des Körpergewichtes beim Erwachsenen. Sie liegt im rechten Oberbauch und lässt sich vereinfacht in einen kleineren linken und einen größeren Lappen unterteilen.
Eine anatomische Besonderheit, die sich aus der Funktion des Organs ergibt ist die äußerst gute Blutversorgung. Das gesamte den Verdauungstrakt durchströmende Blut wird in der Pfortader gesammelt und in die Leber geleitet. Nach Durchströmen der Leber wird das Blut über die drei großen Lebervenen direkt in die untere Hohlvene (Vena Cava) eingeleitet und ist damit schon direkt vor der rechten Herzkammer angelangt.
Man kann die Funktionsweise der Leber mit der Arbeit eines großen Chemielabors vergleichen.
Man kann vereinfacht betrachtet drei verschiedene Hauptfunktionen unterscheiden:
Energieversorgung
Die Leber ist für die Aufrechterhaltung der Energieversorgung im Körper verantwortlich. Alle im Verdauungstrakt ins Blut aufgenommenen Nahrungsbestandteile werden durch die Pfortader der Leber zugeführt. Sie verarbeitet große Teile der aufgenommenen Nährstoffe wie z.B. Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette und gibt sie bei Bedarf zur Versorgung des Gesamtorganismus ab.
Verdauung
Im Hinblick auf die Verdauungsfunktion des Magen-Darm-Traktes ist die Produktion und Sekretion von Galleflüssigkeit von besonderer Bedeutung. In den Gallenwegszellen wird die hochpontente Gallenflüssigkeit produziert. Sie ermöglicht die Aufnahme spezieller Nährstoffe und Fette aus der verdauten Nahrung. Die Galle wird zunächst in der Gallenblase eingelagert und eingedickt und nur bei Bedarf auf einen chemischen Reiz hin über den Gallengang in den Zwölffingerdarm abgegeben.
Entgiftung
Bei der Entgiftung einer großen Zahl von außen zugeführter Fremdstoffe und vom Organismus gebildeter Gifte spielt die Leber eine große Rolle. Die Leber eignet sich auf Grund ihres komplexen zellulären Aufbaus und ihrer bevorzugten Durchblutungssituation gut für diese Aufgabe. Die Entgiftungskapazität der Leber ist sehr hoch. Allerdings reagiert die Leber empfindlich auf verschiedene Gifte, wenn sie einer chronischen Belastung ausgesetzt wird (z.B. Alkoholabusus). Die Leber beginnt dann, ihre ausgeklügelte zelluläre Struktur zu verlieren und „vernarbt“ zunehmend, was als Zirrhose bezeichnet wird. Diese „Vernarbung“ kann auch durch bestimmte Viruserkrankungen (Hepatitis B und C) ausgelöst werden, bei der die Viren gesunde Leberzellen angreifen und zerstören.
Funktionsstörungen der Leber
Erkrankungen der Leber betreffen meistens direkt die Funktionsweise des Organs. So kann die Leber entweder durch Viruserkrankungen oder angeborene Stoffwechseldefekte geschädigt werden. Oftmals kommt es auch durch von außen aufgenommene Substanzen (z.B. Paracetamol in hoher Dosierung) zu einer direkten Schädigung. Diese Schädigungen können akut auftreten oder zu einem chronischen Umbau mit „Vernarbung“ führen (Leberzirrhose).
Diese Schädigungen können so schwer sein, dass nur noch der Austausch (Transplantation) der Leber Chancen auf Heilung bringt. Der Mensch kann ohne die Leber nur wenige Stunden überleben.
Gutartige Geschwülste der Leber wie Blutschwämme (Hämangiome), flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Zysten) oder hormonabhängige Neubildungen (fokale noduläre Hyperplasie) müssen meist nur beobachtet werden und erfordern keine chirurgische Therapie. Aber auch hier gibt es Ausnahmen.
Die Leber kann auch von Parasiten befallen werden, die große Zysten bilden können (zumeist Hunde- oder Fuchsbandwurm).
Unter Leberkrebs versteht man bösartige Geschwülste, die aus lebereigenen Zellen entstehen. Hier sind vor allem das Leberzellkarzinom (hepatozelluläres Karzinom, HCC) und das Gallengangskarzinom (cholangiozelluläres Karzinom, CCC), das innerhalb der Leber aus Gallengangszellen entsteht, zu nennen.
Unter Lebermetastasen versteht man Absiedlungen von Krebszellen, die aus Tumoren anderer Organe, wie z.B. aus einem Darmtumor, in die Leber gelangen und sich dort weiter vermehren. Solche Lebermetastasen entstehen besonders häufig bei Tumoren des Dick- und Enddarms, der Bauchspeicheldrüse, des Magen, der Lunge, der Brustdrüse, der Speiseröhre oder der Schilddrüse sowie seltener der Haut, der Gebärmutter und der Eierstöcke.
Es gibt praktisch keine typischen Symptome der Lebergeschwülste.
Allgemeine Hinweise auf Lebererkrankungen können ein Druckschmerz im Oberbauch, eine Gelbfärbung der Haut oder Durchfall sein. Weitere Krankheitszeichen sind Übelkeit, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme.
Weiterhin können unspezifische Beschwerden wie Nachtschweiß und Übelkeit auftreten

Funktion der Gallenwege und Gallenblase
Die Gallenwege stellen ein Gangsystem dar, das am Ort der Galleproduktion in der Leber beginnt und von dort über die kleinen Gallenwege in den Lebergallengang führt.
Die Gallenblase unterhalb der Leber ist ein birnenförmiges Hohlorgan, das an der Unterseite der Leber liegt und stellt ein Reservoir für die Galle dar.
Hier wird die Gallenflüssigkeit eingedickt und gespeichert. Wird ein Reiz aus dem Verdauungstrakt gesendet, gibt die Gallenblase die Galleflüssigkeit frei.
Der von der Gallenblase abgehende, so genannte Hauptgallengang verläuft durch den Kopfteil der Bauchspeicheldrüse und mündet schließlich in den Zwölffingerdarm.
Die Funktion der Gallenwege besteht also im Transport der Galleflüssigkeit vom Ort ihrer Bildung in der Leber zum Dünndarm, wo sie für die Verdauung der Nahrungsbestandteile erforderlich ist.
Es kann in der eingedickten Galleflüssigkeit zur Bildung von Steinen kommen, den so genannten Gallensteinen. Diese stellen auch gleichzeitig die häufigste Erkrankung dar.
Des weiteren können die Zellen der Gallenblase auch entarten und es kommt zum Gallenblasenkrebs.
Die Gallenblase kann ohne Folgen für den Patienten entfernt werden.

Informationen zu den gutartigen Erkrankungen
Mehr Informationen zu den gutartigen Erkrankungen von Leber und Gallenwegen finden Sie auf den folgenden Seiten

Informationen zu den bösartigen Erkrankungen
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Informationen zur operativen Therapie
Mehr Informationen zur operativen Therapie von Leber und Gallenwegserkrankungen finden Sie hier

Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen von Leber und Gallenwegen
Dr. Stavrou ist Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen von Leber und Gallenwegen. Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie Fragen haben oder machen Sie einen Termin in unserer Sprechstunde.

