
Bösartige Erkrankungen
Bösartige Erkrankungen
Darmkrebs - eine Übersicht
Darmkrebs gehört in der Bundesrepublik Deutschland zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Im Jahr 2000 erkrankten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 32.600 Männer und knapp 34.200 Frauen an Krebs des Dick- oder Mastdarms. Damit ist Darmkrebs bei Frauen und Männern die zweithäufigste Krebserkrankung. Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt – im Gegensatz beispielsweise von Magenkrebs – in den westlichen Ländern weiter zu.
Darmkrebs ist gleichzeitig die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Im Jahr 2000 starben in Deutschland 29,82 von 100.000 Männern an einem kolorektalen Karzinom. Bei den Frauen sind es 19,31 von 100.000 Frauen, die an Darmkrebs sterben.
Darmkrebs tritt überwiegend ab dem 50. Lebensjahr auf. Das Durchschnittsalter der an Darmkrebs erkrankten Menschen liegt bei 70 Jahren. Bei etwa sechs Prozent der Bevölkerung, das sind in der Bundesrepublik Deutschland fast 5 Millionen Menschen, ist damit zu rechnen, dass sich im Laufe ihres Lebens ein Darmkrebs entwickelt.
Krebs im Dünndarm ist sehr selten, ebenso wie die Krebserkrankung der Afterregion (Analkarzinom). Darmkrebs kann sich in allen Abschnitten des Dickdarmes und Mastdarmes entwickeln. Ein Schwerpunkt liegt im unteren Dickdarmabschnitt und zwar in den unteren 30 bis 40 Zentimetern des Darmes. Krebsvorläufer sind oft so genannte Darmpolypen. Das sind zunächst gutartige, oft pilzähnliche Geschwulste im Dickdarm. Etwa 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen dadurch, dass diese Polypen entarten, das bedeutet, dass eine Umwandlung der Zellen zu Krebszellen stattfindet.
Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken. Daher sollte jeder über 50-jährige einmal im Jahr den Stuhl auf okkultes ("verborgenes") Blut untersuchen lassen. Ab dem 55. Lebensjahr sollte in regelmäßigen Abständen (etwa 5 Jahre) eine komplette Darmspiegelung durchgeführt werden.
Sinn dieser engmaschigen Vorsorge ist, den Darmkrebs möglichst früh zu erkennen - in diesem Fall kann meist eine komplette Heilung erreicht werden.
Kolonkarzinom (Dickdarmkrebs)
Der Dickdarm ist der etwa 1,0 bis 1,5 m lange Abschnitt des Darmes, der sich an den Dünndarm anschließt. Er beginnt im rechten Unterbauch (Blinddarm - Zoecum) und verläuft von hier aus nach oben (Kolon ascendens), dann quer (Kolon transversum) zu linken Seite, nach unten (Kolon descendens) und geht schließlich nach einem s-förmigen Verlauf (Kolon sigmoideum) im linken Unterbauch etwa 16 cm oberhalb des Afters in den Mastdarm (Rektum) über.
Der Dickdarm dient der Wiederaufnahme von Wasser und Spurenelementen aus dem flüssigen Verdauungssaft des Dünndarms und erzeugt so einen geformten festen Stuhlgang.
Die genauen Ursachen für die Entstehung von Dickdarmgeschwülsten sind nicht bekannt. Genetische Veränderungen einzelner Zellen der Dickdarmschleimhaut führen zu einer vermehrten Wachstums- und Teilungstendenz. Es bilden sich häufig zunächst noch gutartige Polypen aus, die dann zu bösartigen Tumoren, dem Dickdarmkrebs, entarten können. Es werden vielschichtige Faktoren wie Ernährung, genetische Belastung und Prädisposition sowie äußere Einflüsse (z.B. Alkohol) genannt, die an der Entwicklung von Darmkrebs beteiligt sein können.
Es bestehen definitiv vererbliche Formen des Dickdarmkrebses, die einer besonderen Behandlung bedürfen (sog. Familiäre adenomatöse Polyposis oder hereditäre nicht-polypöse kolorektale Tumoren). Schließlich können bestimmte lang anhaltende Dickdarmentzündungen zur Bildung von Dickdarmkrebs führen.
Symptome
Die Zeichen für einen Dickdarmkrebs sind sehr unspezifisch, so dass zwischen den ersten Zeichen und der Diagnosestellung häufig mehr als ein halbes Jahr vergeht. Hinweise auf eine Dickdarmgeschwulst können längere Zeit anhaltende auffallende Verstopfung, aber auch Durchfälle, Blähungen oder vermehrte Windabgänge sein. Das wichtigste Zeichen einer Geschwulst des Dickdarmes sind Schleim- und Blutauflagerungen auf dem Stuhlgang. Auch wenn die häufigste Ursache einer Blutbeimengung zum Stuhlgang Hämmorrhoiden sind, sollte bei derartigen Symptomen der Dickdarm komplett untersucht werden. Wechselnd auftretende Schmerzen, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit können ebenfalls durch einen Dickdarmkrebs hervorgerufen werden.
Diagnostik
Die wesentliche Untersuchung zur Stellung der Diagnose und zur Planung der Behandlung einer Dickdarmgeschwulst ist die Dickdarmspiegelung (Koloskopie), bei der auch eine Gewebeprobe entnommen werden kann. Alternativ kann auch eine Röntgenuntersuchung nach Gabe eines Kontrastmitteleinlaufs (Kolon-Kontrasteinlauf) durchgeführt werden. Bei Geschwülsten im s-förmigen Dickdarm ist zudem eine Spiegelung des Mastdarms (Rektoskopie) durch einen Chirurgen erforderlich. Zum Ausschluss möglicher Töchtergeschwülste (Metastasen) wird eine Ultraschalluntersuchung der Leber und eine Röntgenuntersuchung der Lunge durchgeführt.
Die Bedeutung der Krebs-Vorsorge und der regelmäßigen Durchführung einer Darmspiegelung kann gar nicht genug betont werden, weil nur hier Aussagen zur Schleimhautbeschaffenheit getroffen werden können und auch gleichzeitig kleine Eingriffe durch das Endoskop möglich sind.
Therapie
Das Ziel der operativen Therapie ist die Entfernung der Geschwulst mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand und die Entfernung der Lymphknoten, welche durch eine Krebsgeschwulst mitbefallen sein könnten. In Abhängigkeit von der Lage der Geschwulst kann der entfernte Darmabschnitt zwischen 15 cm und 1 m lang sein. Die Ausdehnung der Resektion wird mit jedem Patienten vor der Operation ausführlich besprochen.
Für eine solche Operation ist es von entscheidender Bedeutung, dass eine radikale Entfernung des tumortragenden Darmabschnittes mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand und mit den dazugehörigen Blut- und Lymphgefäßen bzw. Lymphknoten durchgeführt wird, da die Lymphknoten häufig Tumorzellen enthalten. Werden solche Tumorzellen in den umgebenden Lymphknoten gefunden, so sollte nach der Operation eine Chemotherapie erfolgen. Dadurch kann das Risiko deutlich gesenkt werden, dass der Körper zu einem späteren Zeitpunkt Tumorableger in anderen Organen (Metastasen) entwickelt. Finden sich keine solchen Tumorableger in diesen Lymphknoten, wird meistens keine Chemotherapie empfohlen.
Nur bei weit fortgeschrittenem Tumorleiden oder bei komplizierten Notfalleingriffen ist ein künstlicher Darmausgang erforderlich.

Rektumkarzinom (Mastdarmkrebs)
Der Mastdarm bildet den Abschluss des Dickdarmes und liegt dem Schließmuskel unmittelbar an.
Seine wesentliche Funktion besteht darin, als Reservoir zu dienen. Der Stuhl wird hier gesammelt, bevor er in ganz individuellen Abständen entleert wird. Gleichzeitig bildet der Mastdarm einen wichtigen Teil des gesamten Kontinenzorgans. Er ist in den äußerst komplexen Vorgang der Stuhlentleerung mit eingebunden.
Mastdarmtumoren entwickeln sich aus der Dickdarmschleimhaut, die auch den Mastdarm von innen auskleidet.
Die genauen Ursachen für die Entstehung von Dickdarmgeschwülsten sind nicht bekannt. Genetische Veränderungen einzelner Zellen der Dickdarmschleimhaut führen zu einer vermehrten Wachstums- und Teilungstendenz. Es bilden sich häufig zunächst noch gutartige Polypen aus, die dann zu bösartigen Tumoren, dem Dickdarmkrebs entarten können.
Es bestehen auch vererbliche Formen des Dickdarmkrebses, die einer besonderen Behandlung bedürfen (sog. Familiäre adenomatöse Polyposis oder hereditäre nicht-polypöse kolorektale Tumoren). Schließlich können bestimmte lang anhaltende Dickdarmentzündungen zur Bildung von Dickdarmkrebs führen.
Symptome
Die Zeichen für einen Dickdarmkrebs sind sehr unspezifisch, so dass zwischen den ersten Zeichen und der Diagnosestellung häufig mehr als ein halbes Jahr vergehen. Hinweise auf eine Mastdarmgeschwulst können längere Zeit anhaltende auffallende Verstopfung, aber auch Durchfälle, Blähungen oder vermehrte Windabgänge sein. Das wichtigste Zeichen einer Geschwulst des Mastdarmes sind Schleim- und Blutauflagerungen auf dem Stuhlgang. Auch wenn die häufigste Ursache einer Blutbeimengung zum Stuhlgang Hämmorrhoiden sind, sollte bei derartigen Symptomen eine komplette Untersuchung des Dickdarmes erfolgen. Wechselnd auftretende Schmerzen, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit können ebenfalls durch einen Dickdarmkrebs hervorgerufen werden.
Bei sehr weit im Analkanal gelegenen Tumoren kann ein Druckgefühl im Dammbereich bemerkt werden, dass in Schmerzgefühle übergeht.
Diagnostik
Die wesentliche Untersuchung zur Stellung der Diagnose und zur Planung der Behandlung einer Mastdarmgeschwulst ist die Mastdarmspiegelung (Rektoskopie), bei der auch eine Gewebeprobe entnommen werden muss. Zusätzlich sollte auch eine vollständige Dickdarmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt werden, weil gelegentlich auch in anderen Dickdarmabschnitten gleichzeitig Tumore wachsen können. Alternativ kann auch eine Röntgenuntersuchung nach Gabe eines Kontrastmitteleinlaufs (Kolon-Kontrasteinlauf) durchgeführt werden. Dem Ausschluss möglicher Töchtergeschwülste (Metastasen) dienen eine Ultraschalluntersuchung der Leber und eine Röntgenuntersuchung der Lunge.
Ein Großteil dieser Untersuchungen kann ambulant durchgeführt werden, wenn die schriftlichen Befundberichte oder Röntgenbilder mitgebracht werden, müssen diese Untersuchungen selbstverständlich nicht wiederholt werden. Einzige Ausnahme ist die Mastdarmspiegelung (Rektoskopie), die immer durch uns selbst wiederholt werden muss, um sich über die anatomischen Gegebenheiten zu orientieren. Gleichzeitig führen wir dann auch die Ultraschalluntersuchung des Mastdarmes mit einer speziellen dünnen Sonde, mit der die lokale Ausdehnung des Tumors festgestellt werden kann, durch. Abhängig vom Ergebnis dieser Untersuchung wird das Vorgehen festgelegt
Insbesondere die Höhenlokalisation gemessen als Abstand des Tumors von der anocutanlinie ist entscheidend. Diese Höhenbestummung kann auch nur verläßlich mit der starren Rektoskopie durch den Operateur vorgenommen werden. Entsprechend der Höhenlokalisation wird entweder zuerst eine lokale kombinierte Chemo-Strahlentherapie mit nachfolgender Operation durchgeführt oder der Tumor primär operiert kann. Eine Operation ist in jedem Falle anzuraten.
Die Vorbehandlung bestimmter Rektumkarzinome hat in den letzten Jahren zu einer deutlichen Verbesserung von Tumorfreiheit nach der Operation und Patientenüberleben geführt. Die Leitlinien fordern diese Therapie seit 2001. In Celle wird dieses Vorgehen übrigens seit Anfang der neunziger Jahre praktiziert.
Therapie
Das Ziel der operativen Therapie ist die Entfernung der Geschwulst mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand und der Entfernung der Lymphknoten, welche durch eine Krebsgeschwulst mitbefallen sein können. In der Regel ist der entfernte Darmabschnitt ca. 25 cm lang. Die Ausdehnung der Resektion wird mit jedem Patienten vor der Operation ausführlich besprochen. Bei Tumoren, die in den Schließmuskel hineinwachsen, muss dieser mit entfernt werden. Dann muss ein permanenter künstlicher Darmausgang angelegt werden. Alle anderen Tumore können häufig, aber nicht immer operiert werden, indem der Schließmuskel erhalten bleibt. Um die Heilung nach der Operation aber nicht zu gefährden, muss in diesem Falle ein vorübergehender künstlicher Darmausgang angelegt werden. Dieser kann nach etwa 3 Monaten mit einem kleinen Eingriff wieder zurück verlegt werden.

Nachbehandlung
Wird das Karzinom in einem Frühstadium erkannt, kann diese Erkrankung durch eine Operation geheilt werden. Für eine solche Operation ist es von entscheidender Bedeutung, dass eine radikale Entfernung des tumortragenden Darmabschnittes mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand und mit den dazugehörigen Blut- und Lymphgefäßen bzw. Lymphknoten durchgeführt wird, da die Lymphknoten häufig Tumorzellen enthalten. Sind die Lymphknotenstationen frei von Tumorzellen ist ausser einer regelmäßigen Tumornachsorge, die von Ihrem Hausarzt organisiert wird, keine weitere Nachbehandlung erforderlich.
Werden Tumorzellen in den umgebenden Lymphknoten gefunden oder handelt es sich um ein fortgeschrittenes Tumorstadium, so muss nach der Operation eine Chemotherapie erfolgen. Dadurch kann das Risiko deutlich gesenkt werden, dass der Körper zu einem späteren Zeitpunkt Tumorableger in anderen Organen (Metastasen) entwickelt. Diese Chemotherapie kann allerdings nach Implantation eines Portsystems unter die Haut meist problemlos ambulant erfolgen.
Wichtig ist, dass eine Tumornachsorge konsequent durchgeführt wird. Dazu gehören regelmäßige Arztbesuche und Ultraschalluntersuchungen genauso wie weiterführende Untersuchungen wie Tumormarkerbestimmungen oder eine Computertomographie. Ziel ist immer das rechtzeitige Auftreten eines Tumors an gleicher Stelle (Lokalrezidiv) beziehungsweise von Tochtergeschwüren (Metastasen).

Informationen zur operativen Therapie
Informationen zum operativen Vorgehen bei gutartigen und bösartigen Darmerkrankungen finden Sie auf den folgenden Seiten

Ansprechpartner
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