Operative Therapie

Übersicht über die die chirurgische Therapie bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

Nekroseabtragung bei der Pankreatitis

Verläuft eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) so schwer, dass es zur Ausbildung von abgestorbenem Gewebe (Nekrosen) im Bereich der Drüse kommt können sich diese durch eine Wanderung von Bakterien beispielsweise aus dem Darm infizieren.
Wird dadurch eine schwere generalisierte Entzündungsreaktion des Körpers ausgelöst, in deren Verlauf auch Organe zu Versagen drohen, besteht die einzige Chance in der Begrenzung der Entzündung, d.h. in der Entfernung des infizierten Gewebes.
Hierbei wird nach einem queren Hautschnitt über den gesamten Oberbauch oder einem Mittelbauchschnitt die Abtragung der Nekrosen vorgenommen. Untergegangenes Drüsengewebe wird hierbei mit entfernt.
Des Weiteren schließt sich dann oftmals eine Spülbehandlung an, insgesamt handelt es sich um langwierige, meist komplikationsreiche Verläufe bedingt durch die Schwere der Erkrankung.

 

Drainageoperation bei Zysten

Bereiten bei einer chronischen Pankreatitis große Zysten Probleme, ist es möglich, diese durch eine Operation zu drainieren.
Hierzu wird nach einem queren Hautschnitt über den gesamten Oberbauch die Zyste freigelegt.
Nun wird eine Dünndarmschlinge auf die Zyste aufgenäht und mit ihr verbunden. Die Zystenflüssigkeit kann nun jederzeit in den Darm ablaufen und die Patienten sind danach oft beschwerdefrei.
Vorraussetzung ist allerdings der Verzicht auf Alkohol durch den Patienten.

 

Enukleation von gutartigen Tumoren

Bei gutartigen Pankreastumoren, wie beispielsweise dem Insulinom ist eine Entfernung mit Sicherheitsabstand nicht notwendig.
Da die Tumoren von einer bindegewebigen Kapsel umgeben sind, können sie aus der Kapsel ausgeschält werden (Enukleation).
Dies kann man sich ähnlich der Entfernung des Kerns (Nucleus) eines Pfirsichs vorstellen.
Teile der Bauchspeicheldrüse oder anderer Organe müssen so nicht entfernt werden, bei besonders günstiger Lage kann sogar versucht werden, die Operation in der Schlüssellochtechnik durchzuführen.

 

Pankreasteilentfernungen

Pankreasschwanzresektion

Bei Tumoren des Pankreaskörpers oder Schwanzes ist eine Entfernung des tumortragenden Teils notwendig. Auch hier ist ein Hautschnitt quer über den Oberbauch angezeigt.
Aus technischen Gründen und auch der Notwendigkeit zur vollständigen Entfernung ist hier meist die Entfernung der Milz notwendig.

Operation nach Kausch-Whipple

Hierbei handelt es sich um eine der klassischen großen Operationen in der Chirurgie.
Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors im Pankreaskopf, da nur dieses Aussichten auf Heilung birgt.
Operiert wird über einen queren Hautschnitt im gesamten Oberbauch.
Auf Grund der anatomischen Lagebeziehungen muss hier neben dem Pankreaskopf auch der Gallengang, die Gallenblase, der Zwölffingerdarm und oft auch ein Teil des Magens mit entfernt werden.
Manchmal besteht die Möglichkeit zu einer abgewandelten Form der Operation, bei der der Magen vollständig erhalten bleibt (pyloruserhaltende Whipplesche Operation).
Die Rekonstruktion der Nahrungspassage im Verdauungstrakt erfolgt durch die Verschaltung und Neuvernähung von Dünndarmschlingen am Rest der Bauchspeicheldrüse, des Gallengangs und des Magens.

 

Nachbehandlung

Je nach Ausmass der Operation kann ein medikamentöser Ersatz der Verdauungsenzyme notwendig werden. Bei bereits bestehender grenzwertiger Regulation des Blutzuckers kann die dauerhafte Zufuhr von Insulin notwendig sein.
Die Standardtherapie von Tumoren der Bauchspeicheldrüse stellt die Operation dar, sofern sie durchgeführt werden kann. Da das Pankreaskarzinom nach seiner chirurgischen Entfernung leider häufig wieder auftritt und dann nicht mehr geheilt werden kann, wird seit mehreren Jahrzehnten versucht, die Behandlung des Pankreaskarzinoms zu verbessern. Es wurden viele Behandlungskonzepte entwickelt, die vorwiegend die Operation mit einer Chemotherapie, einer Strahlentherapie oder beidem kombiniert. Leider brachten diese Behandlungsversuche bisher keine deutliche Verbesserung im Vergleich zur alleinigen chirurgischen Behandlung.
Die Patienten werden von uns in enger Kooperation mit den Spezialisten für Krebserkrankungen behandelt.
So wird in jedem Fall individuell über die bestmögliche Therapiekombination entschieden.

 

Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen von Leber und Gallenwegen

Dr. Stavrou ist Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie Fragen haben oder machen Sie einen Termin in unserer Sprechstunde.

 

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