Gutartige Erkrankungen

Übersicht über die gutartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und deren chirurgische Therapie

Akute Pankreatitis

Entzündliche Krankheiten der Bauchspeicheldrüse können entweder akut auftreten oder einen chronischen Verlauf aufweisen.
Die Entzündung kommt entweder durch einen mechanischen Verschluss des Pankreasganges oder durch chemische Schädigung der Zellen zustande.
Der Pankreasgang mündet zusammen mit dem Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm. Leidet ein Patient an Gallensteinen, können diese auch durch das Gangsystem wandern und vor dem Übertritt in den Zwölffingerdarm „stecken“ bleiben. Dies verursacht dann auch einen Verschluss des Pankreasganges und einen Aufstau des abgegebenen Sekrets. Schließlich kommt es zur unkontrollierten Abgabe von Verdauungsenzymen und dadurch zur „Selbst-Verdauung“ der Bauchspeicheldrüse.
Die zweite Möglichkeit beschreibt die direkte Schädigung der Pankreaszellen mit der gleichen Auswirkung durch chemische Substanzen (Medikamente, Alkohol).
Übermäßiger Alkoholkonsum ist dabei die weitaus häufigste Ursache für die Entstehung der akuten Pankreatitis.
Langzeitstudien haben gezeigt, dass die Häufigkeit der akuten Pankreatitis in vielen europäischen Ländern im Verlaufe der letzten 40 Jahre zugenommen hat. Während der Krankheitsverlauf bei etwa 80% der Patienten mild ist, weisen die restlichen 20% der Patienten eine schwere, teilweise lebensbedrohliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse auf.
Typisch für eine Entzündung sind akut einsetzende Bauchschmerzen.
Diese Schmerzen treten um den Nabel nach links und rechts bis zum Rücken ausstrahlend auf und werden oft als gürtelförmig beschrieben.
Bei akuter Pankreatitis können diese Schmerzen sehr stark sein. Bei chronischer Entzündung kann der Verlauf durch Verdauungsbeschwerden mit erhöhtem Stuhlvolumen und übel riechendem Stuhl gekennzeichnet sein. Dies ist ein Hinweis auf eine Funktionseinschränkung der Bauchspeicheldrüse.
Außerdem kann sich durch den Verlust der Leistungsfähigkeit der Bauchspeicheldrüse auch eine Zuckerkrankheit einstellen.
Natürlich ist eine Kombination dieser charakteristischen Zeichen oder auch anderer weniger typischer Beschwerden möglich.
Die oben genannten Symptome treten in der Regel innerhalb weniger Stunden bis maximal 2 Tagen auf. Zu Beginn einer akuten Pankreatitis kann nicht sicher festgestellt werden, wie der weitere Krankheitsverlauf sein wird. Erst nach mehreren Tagen, wenn keine Besserung der Symptome auftritt, kann aufgrund klinischer, radiologischer und der Labor-Parameter auf das Vorliegen einer schweren Pankreatitis geschlossen werden.
Im schlimmsten Fall kann es zu einer entzündlichen Zerstörung des Bauchspeicheldrüsengewebes kommen. Dieses Zerstörte Gewebe (Nekrose) kann sich sekundär infizieren und eine schwere generalisierte Entzündungsreaktion des Körpers auslösen, die im Multiorganversagen mit schwererer Beeinträchtigung von Herz-Kreislauf, Lungen, Nieren und Gehirnfunktion enden kann.
Die Therapie der Pankreatitis ist zunächst nicht chirurgisch. Sollte es sich aber um einen schweren Verlauf handeln, kann eine Operation notwendig werden.

Milde Pankreatitis

Unter konservativer Therapie mit Schmerzmitteln heilt die milde Pankreatitis, welche mit 80% am häufigsten ist, innerhalb weniger Tage vollständig aus. Es braucht in der Regel keine speziellen diagnostischen und therapeutischen Interventionen.
Bilden allerdings Gallensteine die Ursache der milden Pankreatitis, so muss die Gallenblase als Reservoir der Gallensteine entfernt werden um einen weiteren Entzündungsschub verhindern zu können. Diese Operation wird nach Abklingen der akuten Entzündungsreaktion laparoskopisch durchgeführt.

Schwere Pankreatitis

Patienten mit einer schweren Pankreatitis benötigen oftmals eine intensivmedizinische Behandlung zur Überwachung und Therapie der verschiedenen Organfehlfunktionen. Wiederholte Röntgen- und Laboruntersuchungen, Antibiotika und künstliche Ernährung sind notwendig. Infiziertes Gewebe (Nekrose) muss in einigen Fällen durch einen operativen Eingriff („Nekrosektomie") entfernt werden.
Auch trotz den heute bestmöglichen Behandlungsmethoden können Patienten an einer schweren akuten Pankreatitis versterben.

 

Chronische Pankreatitis

Eine chronische Pankreatitis wird fast immer durch übermässigen Alkoholkonsum ausgelöst. Die Patienten weisen oft auch gleichzeitig bereits Veränderungen an ihrer Leber auf (Zirrhose). In allen westlichen Ländern nimmt die Häufigkeit der chronischen Pankreatitis zu. Die Krankheit führt im Verlaufe von mehreren Jahren zur Zerstörung der Bauchspeicheldrüse, welche dadurch die beiden Hauptfunktionen, nämlich Regelung des Blutzuckerwertes und Bereitstellung von Verdauungsenzymen, nicht mehr erfüllen kann.
Chronische Rücken- und Oberbauchschmerzen sind typisch, es kommt durch die mangelnde Verdauung zu Durchfall mit übel riechenden Stühlen und stetigem Gewichtsverlust. Zudem tritt die Zuckerkrankheit auf.
Die chronische Pankreatitis wird hauptsächlich konservativ-medikamentös behandelt. Die wichtigste Maßnahme ist der vollständige Alkoholverzicht. Da praktisch ausnahmslos alle Patienten durch den kontinuierlichen Untergang von Pankreasgewebe starke bis stärkste Schmerzen haben, ist eine ausreichende Schmerztherapie von großer Bedeutung. Blutzuckereinstellung und der Ersatz der Verdauungsenzyme sind weitere Therapieansätze.
Als Folge der zunehmenden Vernarbung des Pankreas können der Hauptgallengang und der Pankreasgang, sowie das Duodenum (Zwölffingerdarm) eingeengt werden. In diesen Fällen kann eine dann nur noch eine Operation mit Entfernung der Betroffenen Organe helfen.

Pankreas(pseudo)-Zyste

Kommt es durch eine chronische Pankreatitis zur Ausbildung Flüssigkeitsgefüllter Räume (so genannte Zysten oder Pseudozysten), kann dieses für die Patienten zu Problemen führen. Grundvorrausetzung für eine Therapie ist die Alkoholabstinenz. Die Zysten können sehr groß werden und es wird ständig Flüssigkeit nachproduziert. Eine Punktion der Flüssigkeit hilft deshalb nicht. Auch kann der Verzicht auf Alkohol nur die Verschlechterung der Situation beeinflussen, das Problem jedoch nicht beseitigen.
Einzige Lösung ist dann eine Drainageoperation, bei der die Zystenflüssigkeit in den Dünndarm abgeleitet wird.

 

Gutartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse

In der Bauchspeicheldrüse können verschiedene gutartige Tumore entstehen. Diese werden in die Hauptgruppen der endokrinen (hormonproduzierenden) und zystischen Pankreastumore eingeteilt. Zu den häufigsten gutartigen Tumoren gehören das Insulinom sowie die serösen bzw. muzinösen zystischen Pankreasneoplasien.
Insulinome entstehen aus den Insulin-produzierenden Zellen und sind somit meist hormonell aktiv und produzieren Insulin. Damit wird der Zuckerhaushalt des Körpers massiv beeinflusst, da der Zuckerspiegel ständig niedrig ist.
Als Hauptsymptome können Bewusstseinstrübungen bei Unterzuckerung, leichte bis mäßige Gewichtszunahme, Schweißausbrüche, Schwindel, Schwächegefühl, Heißhunger und Zittern auftreten.
Die meisten Insulinome sind solitär und klein (< 2 cm). Liegen mehrere Tumore vor, so ist dies verdächtig auf das Vorliegen des Krankheitsbildes einer multiplen endokrinen Neoplasie (MEN), die mit dem Auftreten von weiteren Hormonproduzierenden Tumoren in anderen Organen vergesellschaftet ist.
Die zystischen Tumore treten hauptsächlich im Pankreasschwanz auf und können mehrere Zentimeter Durchmesser erreichen. Sie weisen flüssigkeits- (serös) oder schleimgefüllte (muzinöse) Kammern (Zysten) auf. Zystische Pankreastumore verursachen keine speziellen Beschwerden und werden deshalb oftmals als Zufallsbefunde diagnostiziert. Einige dieser zystischen Tumore können bösartige Anteile enthalten oder Ihre Abgrenzung zu bösartigen Tumoren ist präoperativ nahezu unmöglich.
Eine operative Entfernung besteht beispielsweise beim Insulinom in der Ausschälung des Tumors (Enukleation), ist es vor der Operation nicht sicher möglich, zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren zu unterscheiden, wird immer die Entfernung des tumortragenden Teils des Pankreas angestrebt.

 

Informationen zu den bösartigen Erkrankungen

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Informationen zu den Operationsmethoden

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Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen von Leber und Gallenwegen

Dr. Stavrou ist Ihr Ansprechpartner für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie Fragen haben oder machen Sie einen Termin in unserer Sprechstunde.

 

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